{"id":670,"date":"2016-12-01T14:51:00","date_gmt":"2016-12-01T13:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lawyers.ycomm.ch\/?p=670"},"modified":"2022-07-26T20:07:00","modified_gmt":"2022-07-26T18:07:00","slug":"stellungnahme-zur-aenderung-des-zivilgesetzbuchs-erbrecht-vernehmlassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lawyers.ycomm.ch\/en\/stellungnahme-zur-aenderung-des-zivilgesetzbuchs-erbrecht-vernehmlassung\/","title":{"rendered":"Stellungnahme zur \u00c4nderung des Zivilgesetzbuchs (Erbrecht) \u2013 Vernehmlassung"},"content":{"rendered":"<p>Eidgen\u00f6ssisches Justiz- und Polizeidepartement<\/p>\n\n\n\n<p>z.Hd. Herrn Alexandre Brodard<\/p>\n\n\n\n<p>Basel, 17. Mai 2016<\/p>\n\n\n\n<p>andreas.waldmann@lawyers.ycomm.ch \/ AW<\/p>\n\n\n\n<p>claude.schrank@lawyers.ycomm.ch \/ CS<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stellungnahme zur \u00c4nderung des Zivilgesetzbuchs (Erbrecht) &#8211; Vernehmlassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hochgeachtete Frau Bundesr\u00e4tin<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr Brodard<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben zu folgenden Bestimmungen Bemerkungen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>A<\/strong><strong>rt.&nbsp;470 Abs.1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Pflichtteil der Eltern aufgehoben wird, m\u00fcssten die Eltern aus dem Wortlaut von Art.&nbsp;470 Abs.&nbsp;1 gestrichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Art.&nbsp;526 Abs.&nbsp;1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bevorzugung der Erbvertr\u00e4ge darf nur f\u00fcr synallagmatische Erbvertr\u00e4ge gelten und nicht auch f\u00fcr solche, die rein testamentarische Anordnungen enthalten. Viele Urkundspersonen w\u00e4hlen das Instrument des Erbvertrages, auch wenn ein Testament angebracht w\u00e4re. Die Vertragsparteien kennen den Unterschied nur ungen\u00fcgend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vorgeschlagene Wortlaut dieser Bestimmung ist unklar. Unseres Erachtens m\u00fcsste es heissen: \u201eHat ein Erbvertrag den verf\u00fcgbaren Teil ausgesch\u00f6pft, wird zun\u00e4chst der Erwerb aus sp\u00e4teren Verf\u00fcgungen von Todes wegen herabgesetzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Art.&nbsp;533 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;600 Abs.&nbsp;1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verwirkungsfristen in den Art.&nbsp;533 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;600 Abs.&nbsp;1 sind ungl\u00fccklich formuliert. Dem vorgeschlagenen Wortlaut zufolge beginnt die absolute Verwirkungsfrist auch f\u00fcr letztwillige Verf\u00fcgungen mit dem Tod des Erblassers. Da die Er\u00f6ffnung der letztwilligen Verf\u00fcgung immer nach dem Tod des Erblassers erfolgen wird, bliebe f\u00fcr die Fristausl\u00f6sung mit der Er\u00f6ffnung der letztwilligen Verf\u00fcgung kein selbst\u00e4ndiger Anwendungsbereich. Entweder wird \u201eoder der Er\u00f6ffnung seiner letztwilligen Verf\u00fcgung\u201c ersatzlos gestrichen oder die Bestimmung z.B. wie folgt erg\u00e4nzt: \u201e, sofern eine solche stattfindet, oder dem Tod des Erblassers\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Art.&nbsp;626 Abs.&nbsp;2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dem vorgeschlagenen Wortlaut zufolge gilt die gesetzliche Ausgleichungspflicht nicht mehr nur f\u00fcr Nachkommen. Eine dahingehende \u00c4nderungsabsicht ist aber dem Bericht (zumindest explizit) nicht zu entnehmen. Unseres Erachtens w\u00e4re es sinnvoll, die Ausgleichungspflicht f\u00fcr alle gesetzlichen Erben gleich zu gestalten. Denn damit wird die Ungleichheit der aktuellen gesetzlichen L\u00f6sung zwischen Gl\u00e4ubiger- und Schuldnerstellung beseitigt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Ihre gesch\u00e4tzte Kenntnisnahme danken wir Ihnen bestens.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eidgen\u00f6ssisches Justiz- und Polizeidepartement z.Hd. 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