{"id":835,"date":"2020-08-26T13:47:00","date_gmt":"2020-08-26T11:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lawyers.ycomm.ch\/?p=835"},"modified":"2022-07-27T21:16:50","modified_gmt":"2022-07-27T19:16:50","slug":"sind-sie-bereit-fuer-die-gig-economy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lawyers.ycomm.ch\/en\/sind-sie-bereit-fuer-die-gig-economy\/","title":{"rendered":"Sind Sie bereit f\u00fcr die &#8222;Gig Economy&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hinter dem Schlagwort \u00abGig Economy\u00bb verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel in der Arbeitswelt, der auf den ersten Blick sehr bedrohlich wirkt. Doch ein zweiter Blick kann nicht schaden, meinen Sie nicht auch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlagworte &#8222;Gig Economy&#8220; oder &#8222;Freelance Economy&#8220; gibt es schon l\u00e4nger. Sie stehen f\u00fcr eine Wirtschaftsform, die nicht auf das klassische Arbeitgeber-\/Arbeitnehmer-Modell baut, sondern auf eine flexible Zusammenarbeit von Einzelnen oder Teams von selbst\u00e4ndigen Spezialisten (&#8222;Freelancer&#8220;), die f\u00fcr die Dauer eines Projekts oder Auftrags (&#8222;Gig&#8220; &#8211; urspr\u00fcnglich stand dieses Wort f\u00fcr ein Konzert oder eine Auff\u00fchrung) zusammenspannen. H\u00e4ufig geschieht dies auch in der Variante, dass ein \u00abklassisches\u00bb Unternehmen punktuell, eben projekt- oder auftragsbezogen, Spezialisten hinzuzieht. Die Grenze zur Tempor\u00e4rarbeit bzw. zu den traditionellen freien Berufen ist schwer zu ziehen. Auch ist die Gig Economy keine wirklich neue Erscheinung: Gerade im B\u00fchnenbereich und im Universit\u00e4tsbetrieb gibt es sie schon lange.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Aufschwung des Home Office und dem nochmals drastisch erh\u00f6hten Anteil an digitaler Kommunikation im Gesch\u00e4ftsverkehr &#8211; Stichwort Videokonferenz &#8211; gewinnt die &#8222;Gig-Economy&#8220; erneut an Aktualit\u00e4t &#8211; auch f\u00fcr Bereiche, in denen sie bisher weniger verbreitet war. Einen weiteren Schub d\u00fcrfte sie durch die bereits erfolgte oder noch kommenden Entlassungswelle erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gig Economy hat Licht- und Schattenseiten. Einerseits fallen die Gesch\u00e4ftsmodelle gewisser Fahrdienste haupts\u00e4chlich durch ihre unangenehme Nebenwirkung auf, dass sie aus Angestellten mit einem halbwegs geordneten Sal\u00e4r und entsprechenden Sozialleistungen angebliche &#8222;Unternehmer&#8220; machen, die auf eigenes Risiko und ohne jede Absicherung operieren. Auf der anderen Seite ist f\u00fcr hochkar\u00e4tige Spezialisten die Gig Economy mit der digitalen Kommunikation eine M\u00f6glichkeit, praktisch von jedem Fleck der Erde aus ihre Dienste dem bestzahlenden Auftraggeber anzubieten, und zwar praktisch weltweit. Auch die schon lange existierende Tendenz grosser Unternehmen, \u00abnichtstrategische\u00bb Funktionen auszulagern (Outsourcing) hat nicht nur zu Entlassungen gef\u00fchrt, sondern auch zur Entstehung kleiner und kleinster Unternehmen, die erfolgreich spezialisierte Dienste und Funktionen anbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnen also nicht nur &#8222;digitale Nomaden&#8220; die Gig Economy nutzen, auch viele andere T\u00e4tigkeiten eignen sich daf\u00fcr. Die COVID-19-Krise hat viele von uns ins Home-Office verbannt und uns gezwungen, mit dieser Arbeitsform Erfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen \u2013 negative wie positive \u2013 m\u00f6gen die \u00dcberlegung angeregt haben, ob die eigene Arbeit nicht auch, oder sogar besser und freier, als selbst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit ausgestaltet werden k\u00f6nnte. Im Zuge einer Entlassungswelle kann eine solche \u00dcberlegung auch von aussen aufgezwungen werden. Wir wollen hier keinesfalls den Spruch von der \u00abKrise als Chance\u00bb bem\u00fchen &#8211; wir halten das schlicht f\u00fcr einen Etikettenschwindel. Wir pl\u00e4dieren hingegen sehr, und gerade in einer Krise, daf\u00fcr, die eigene Situation und Alternativen zu pr\u00fcfen, Notfallpl\u00e4ne zu schmieden und den Rat von Freunden, Bekannten und Spezialisten einzuholen. Das ist ein gutes Mittel, Gef\u00fchle der Ohnmacht zu bek\u00e4mpfen, und verhilft zu einer realistischeren Einsch\u00e4tzung der Krise.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Schritt in die Gig Economy erwogen wird, so bedeutet dies in der Regel den Schritt vom Angestelltenverh\u00e4ltnis in die Selbst\u00e4ndigkeit oder Teilselbst\u00e4ndigkeit, und dies will gut \u00fcberlegt sein. Die Gesch\u00e4ftsidee muss formuliert werden. Die Organisationsform muss die Gesch\u00e4ftsidee unterst\u00fctzen. Das Budget muss stimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesch\u00e4ftsidee soll auf den eigenen F\u00e4higkeiten beruhen und muss so gut definiert sein, dass man sie einer beliebigen, branchenfremden Person in wenigen S\u00e4tzen erkl\u00e4ren kann. Die Organisationsform soll die beabsichtigte Gr\u00f6sse (Anzahl Personen) und den Finanzbedarf (Investitionen, laufende Kosten) ber\u00fccksichtigen. Daraus folgt die Wahl der angemessenen Rechtsform: Soll es ein Einzelunternehmen, eine GmbH oder AG sein? Die letzteren beiden ben\u00f6tigen zwar Kapital, k\u00f6nnen aber die Haftung begrenzen, falls etwas schiefgehen sollte. Allerdings ist zu beachten, dass heutzutage die Risiken f\u00fcr kleinste Unternehmen h\u00e4ufiger im Bereich der Steuern, Sozialabgaben und Buchf\u00fchrung liegen, da die Vorschriften und Anforderungen zahlreich und nicht koh\u00e4rent sind, so dass kleine Unternehmen oft schlicht \u00fcberfordert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem aber muss das Budget aufgehen. Dies erfordert eine klare Sicht auf die Realit\u00e4ten der Selbst\u00e4ndigkeit und den bedeutendsten Unterschieden zur Situation als Angestellte(r): Stundenansatz ist nicht gleich Stundenlohn, der &#8222;Gig&#8220; ist ein einmaliger, endlicher Auftrag, und nicht ein wiederkehrendes Monatssal\u00e4r. Die soziale Absicherung (Stichwort: Krankheit und Unfall, Erwerbsausfall, Altersvorsorge mittels Pensionskasse etc.) liegt voll in der eigenen Verantwortung. Diese Dinge m\u00fcssen mit einer erfahrenen Vertrauensperson durchgesprochen werden, bevor man sich entscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p>WALDMANN PETITPIERRE hat in Basel schon zahlreiche Unternehmen an den Start gebracht (sprich: gegr\u00fcndet) und begleitet diese sp\u00e4ter weiter. Falls Sie also pr\u00fcfen wollen, ob Sie sich die Gig Economy zu Nutze machen k\u00f6nnten, helfen wir Ihnen dabei gerne.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter dem Schlagwort \u00abGig Economy\u00bb verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel in der Arbeitswelt, der auf den ersten Blick sehr bedrohlich wirkt. Doch ein zweiter Blick kann nicht schaden, meinen Sie nicht auch? Die Schlagworte &#8222;Gig Economy&#8220; oder &#8222;Freelance Economy&#8220; gibt es schon l\u00e4nger. 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